Header Rohrbacher Straße

N° 20  ist nach dem Hotelbau n° 10 das älteste Haus der Straße: sicherlich 1865 (oder 1864) erbaut für Leopold Lasart, Kaufmann (später wohnhaft in Hamburg) [1865 hatte das Haus die n° 12, ab 1867 die n° 14a, seit 1878 die heutige Nummer]. Das Haus wurde ...

N° 20  ist nach dem Hotelbau n° 10 das älteste Haus der Straße: sicherlich 1865 (oder 1864) erbaut für Leopold Lasart, Kaufmann (später wohnhaft in Hamburg) [1865 hatte das Haus die n° 12, ab 1867 die n° 14a, seit 1878 die heutige Nummer]. Das Haus wurde als Doppelhaus mit der n° 18 geplant, aber als erstes ausgeführt. Es ist ein schlichter, noch dem Spätbiedermeier verpflichteter Bau, dreigeschossig mit Mansarde (1980 glücklos ausgebaut zu einem vierten Geschoß, was dem Bau bei der Bewertung als Baudenkmal abträglich war). Die verputzte Fassade, durch Gesimsbänder gegliedert, spiegelt diejenige des Hauses n° 18: hier ist ein zwei Fenster breiter Risalit links angeordnet, dort rechts; die Einfahrt und der Hauseingang waren bis 1922 links. Diese symmetrische Anordnung sollte den Doppelbau stattlicher erscheinen lassen; sicherlich waren beide ähnlich in Farbe. Ein hübsches Detail ist das zur französischen Tür vergrößerte Fenster in der Mitte des dreifenstrigen Fassadenfeldes, mit Schmiedeeisengitter. Die Schaufensterfront und das Tor sind seit 1922 unverändert (Haus seitdem grün?). Im Treppenhaus sind Jugendstilfenster erhalten.
1876 Verkauf an Carl Bernhard, Cigarrenfabrikant (Mieter 1879: Berthold Sellisberger, Leinenhändler, Joh. Burkhart, Postschaffner, Jak. Müller, Gensdarm Wtw., Theod. Geiger, Wagenwärter, Carl Frommer, Pfeifenschnitzer). 1881 ist erneut Leopold Lasart als Besitzer eingetragen, 1885-1914 Maier Gernsheimer, Kaufmann, ab 1898 mit dem Zusatz 'Rohtabakhandlung' (Gernsheimer war zuvor Mieter, wie auch Dr. phil. Förster, Dr. Otto Trost u.a., 1901-03 auch der Chemiker Dr. Ludwig Gernsheimer), 1914-1919 Gernsheimer Erben, danach die Vereinsdruckerei Heidelberg (offenbar ohne Betrieb). 1930 bis 1952 gehört das Haus Franz Harder, Schlossermeister und Kunstschmied (Ziegelgasse), bis 1989 Gertrud Rudolf, geb. Harder, danach den heutigen Eigentümern. 1933 führt Ferdinand Edelschild einen Eisenwarenhandel, der 1935 an Hans Emmel geht (Hinterhaus und Zwischentrakt, bis ca. 1960, danach Ausstellungsräume und Wohnungen). 1904 eröffnet J. Behrens Nachf. (Moritz Marcus) ein Weißwaren- und Ausstattungsgeschäft, das wohl 1920 den 'Berliner Mechanischen Werkstätten' entspricht, ab 1924/25 Ernst Anton, Stickerei-Werkstätte und Fahnenfabrik (= Heidelberger Fahnenfabrik, 1926), 1909 Rudolf Barber ein Installationsgeschäft (Gas, Wasser, Elektrische Licht- und Kraftanlagen, bis 1918; im Hinterhaus?, möglicherweise 1909 gebaut: viergeschossig, Rotsandstein verputzt). Von 1916 bis 1926 bestand im Hinterhaus die 'Lederwarenfabrik' von Timmermann und Wollet. Im zweiten Geschoß des Vorderhauses ist Berta Oppenheimer mit 'Agenturen' angesiedelt (1919-1928); von 1936 bis 1967 wohnt hier Waldemar Schneider, Bauverwalter des Heidelberger Schlosses. Die Bücherei Anton Henschele Wtw. von 1933 blieb eine Episode. 1930-1931 hatte die Sanimed A.-G. (Hauptstraße 2) hier eine Zweigstelle, 1931 eröffnete ihr Direktor Carl Kiefer im rechten Laden das eigenständige Sanitätshaus Carl Kiefer (bis 2009, aber ab 1984 links). Von 1934 bis 1980 war im linken Laden das Reformhaus Otto Brede (ab 1970 Inhaber Betz), danach Reformhaus Seemann (Umzug ins rechte Geschäft 1984), gefolgt bis 1998 vom Reisebüro Specht; bis 2009 ist dann Kiefer im gesamten Erdgeschoß, seit 2010, nach sorgfältiger Sanierung, der Salzraum.  2010: Wohnungen, ELSA, Salzraum.

Salzraum Heidelberg

Der Salzraum – eine Sitzung in unserem Salzraum ist so erholsam wie ein Tag am Meer. Die Jademassage – wohltuend bei Rückenschmerzen und Verspannungen.


Rohrbacher Straße 20 in Heidelberg

Rohrbacher Straße 20 in Heidelberg

Rohrbacher Straße 20 in Heidelberg