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1875 von Maurermeister Friedrich Schrade errichtetes Haus, in der ersten Phase des Ausbaus der Rohrbacher Straße. Konzipiert als vornehmes Mietshaus für das in den Vorstadterweiterungen sich ansiedelnde Bürgertum. 

1875 von Maurermeister Friedrich Schrade errichtetes Haus, in der ersten Phase des Ausbaus der Rohrbacher Straße. Konzipiert als vornehmes Mietshaus für das in den Vorstadterweiterungen sich ansiedelnde Bürgertum. Dreigeschossiger Bau in frühhistoristischem Stil mit klarer Gliederung und klassizistischen Grundzügen, die sich an die italienische Renaissance anlehnen. Fünf Achsen, die von den Kellerfenstern bis zu den Gauben laufen, strukturieren die Fassade. Die mittlere Achse ist durch einen Balkon vor dem Piano nobile akzentuiert; dieses Geschoß wird auch hervorgehoben durch die spitz übergiebelten Fenster. Der rustizierte Sockel, die Gesimsbänder unter den Fenstern und über dem Erdgeschoß sowie das Kranzgesims unter dem Trauf betonen die Horizontale. Dieser ganz in Rotsandstein mit verputzten Flächen gehaltene Bau strahlt vornehme Zurückhaltung aus. Die original erhaltene Haustür läßt durch ihre spiegelbildliche Anordnung zu der des Hauses n° 19 den städtebaulichen Gestaltungswillen des Architekten erkennen. Die gut erhaltene Innenausstattung entspricht dem gediegenen Gesamteindruck. Als Baudenkmal klassifiziert.
1874 trug das Grundstück die Nummer 5b, 1876 11, erst 1878 21. Schrade wohnt selbst in seinem Haus; unter den ersten Mietern sind 1876 Stationscontrolleur Eberlin, 1878 Dr. Otto Karlowa, Professor der Rechte (Römisches Recht; 1878/79 Rektor der Universität) und der Geheime Hofrath Prof. Dr. Karl Bartsch, bis heute geachteter Germanist und Romanist (Anthologie des Altfranzösischen mit Grammatik etc.). Wie in den anderen vergleichbaren Häusern wohnt in jedem Geschoß ein Mieter, das Dachgeschoß ist in jener Zeit nicht mit benannten Mietern belegt. Ab 1892 wohnt für längere Zeit der Cigarrenfabrikant Wilhelm Maier im Haus. 1910 wird Witwe Schrade Eigentümerin, 1916 ihre Erben, 1919 Dr. Heinrich Schrade, Oberstabsarzt in Bad Nauheim; er teilt den Besitz mit der Tochter der Arztwitwe Antonie Schuberg (Mieterin ab 1911), Fräulein Frida Schuberg (Lehrerin in Mannheim, wo sie lange auch wohnt; erst 1949 ist sie mit drei weiteren Parteien hier im zweiten Geschoß). Diese ist alleinige Eigentümerin von 1930 bis 1962.

Rohrbacher Straße 21 in Heidelberg

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