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1885 erbaut von Maurermeister Friedrich Oppel auf dem Gelände der vormaligen  Ultramarinfabrik (vgl. n° 45 und 47). Als dreigeschossiges Gebäude mit Mansarde gleichzeitig und symmetrisch mit n° 47 erstellt...

1885 erbaut von Maurermeister Friedrich Oppel auf dem Gelände der vormaligen  Ultramarinfabrik (vgl. n° 45 und 47). Als dreigeschossiges Gebäude mit Mansarde gleichzeitig und symmetrisch mit n° 47 erstellt. Es ist ein ausgewogenes Gebäude mit reizvollen Details im historistischen Stil der Zeit. Der rechts angeordnete Risalit findet sein Pendant auf der linken Seite der Fassade von n° 47, was zu dem großzügigen Gesamteindruck  beiträgt; die beiden Gebäude ergänzten sich vermutlich auch farblich. Das Erdgeschoß ist ganz in Rotsandstein ausgeführt, was den durch gelben Sandstein und Verputz leichter wirkenden Obergeschossen zu einem soliden Fundament verhilft. Der flache Risalit rechts wird betont durch die außergewöhnlich große Einfahrt und durch die Zwillingsfenster auf den Etagen; ursprünglich verstärkte eine Zwillingsgaube den Eindruck eines angedeuteten Turms (vgl. n° 47). Dennoch hat der Baumeister die zentrale Achse gewahrt und noch betont durch den klar markierten Mitteleingang und die darüberliegenden Sandsteinbalkone des zweiten und dritten Geschosses. Auch die Anordnung und Größe des linken Ladeneingangs bildet ein  ausgewogenes Pendant zur Toreinfahrt. Zugleich wird dem Ideal des Architekten Genüge getan, die Funktion eines jeden Gebäudeteils klar erkennen zu lassen: zwei Eingänge zu zwei Läden, dazu Öffnung zu Hof und Hinterhaus. Das nachträglich genehmigte vierte Geschoß führte zur Verwehrung der Anerkennung als Baudenkmal, trotz der erkennbaren Qualität des Baus. Das Tor ist original erhalten.
Das Haus bleibt bis 1909 im Besitz des Maurermeisters, der sich ab 1888 Baumeister nennt. 1888 wohnt der Schloßverwalter Ludwig Borho im Haus, 1890-93 der Ingenieur Philipp Leferenz, der Erbauer der Rohrbacher Straße. Erst 1898 scheint ein Ladenlokal bezogen worden zu sein, nämlich von Metzgermeister Paul Behringer, der 1909 das Haus kauft. 1909 und 1910 arbeitet hier der Schuhmachermeister Georg Müller (vgl. n° 22). Ab 1911 ergänzt die Gemüsehandlung des Jakob Lamade (ohne Akzent) vorteilhaft die Metzgerei; im Jahre 1911 wohnt der Solo-Cellist Heinrich Brumm im Haus. 1920 gehen Haus und Metzgerei an Jakob Meister, Geschwister Behringer bleiben dort wohnen; zugleich zieht der Kutscher Johannes Brandstetter ein, der dann bis 1931 als Tagarbeiter genannt wird (ob seine Kutsche dort stand, bleibt offen). 1949 ist Haus und Metzgerei in Händen von Wilhelm Meister (wohnt im 2. Geschoß), später betreibt Walter Salinger die Metzgerei. Die Gemüsehandlung wird ab 1922 von Emma Lamade geführt, 1930 geht sie an Johann Emmert, 1942 an dessen Witwe Emma Emmert (auch Emmerts wohnen noch 1949 in dem Haus: H2); 1959 zieht Alois Hasselbach von n° 62 mit seinem Installationsgeschäft und Blechnerei in diesen Laden und ins Hinterhaus (Besitzer ab 1970; 1987 an Sohn Horst Hasselbach. 1970 bis 2005 ist das Installationsgeschäft Horst Hasselbach in beiden Läden etabliert, Frau Hasselbach eröffnet ein Kupfer-, Zinn- und Porzellangeschäft; Besitzerinnen sind seit 1967 Liselotte Schulz und Ruth Tietz. Seit 2005 Hasselbach, Provence-typische Produkte. 2010: Wohnungen; Hasselbach (in 1 links); Von Poll Immobilien.

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Rohrbacher Straße 49 in Heidelberg

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