Header Rohrbacher Straße

Ein klar gegliederter, stattlicher Bau, ganz aus rotem und gelbem Sandstein, erbaut 1905-1906 als Wohnhaus mit Möbelgeschäft...

Ein klar gegliederter, stattlicher Bau, ganz aus rotem und gelbem Sandstein, erbaut 1905-1906 als Wohnhaus mit Möbelgeschäft. Zurückhaltende Motive der deutschen Renaissance sind vorherrschend. Dominant wirkt der dreigeschossige Erker, auf dem das Zwerchhaus mit Schaugiebel sitzt. Das Erdgeschoß, vollständig aus Rotsandstein, behält optisch seine tragende Substanz durch seine große Höhe – es ist bis zum Fenstergesims des ersten Stocks hochgezogen – und durch seine wohlproportionierten Schaufenster- und Eingangsbögen. Der Erker über dem Durchgang vermittelt das Gefühl einer Arkade; seine gewölbte Unterseite ist mit dem für den Jugendstil typischen Gingko-biloba-Dekor geschmückt. Bleiglasfenster sind original erhalten. Vom Landesdenkmalamt als Baudenkmal klassifiziert.
Das Grundstück ist im August 1889 als 'Garten Greif' aktenkundig, das heißt, als westliche Gartenhälfte von Gaisbergstraße n° 66. Auf dem östlichen Teil des Geländes stand ein kleines zweistöckiges Haus des Julius Greiff, Stein- und Bildhauer (jetzt Hinterhaus Gaisbergstraße 66, 2006 völlig verändert in Form eines fünfgeschossigen, kubistischen Betonbaus). Im Adreßbuch von 1892 steht als Eigentümer des Grundstücks Rohrbacher Straße 79 'Julius Greiff, Baumaterialhandlung (Lagerplatz)', im Jahre 1898 'Heidelberger Baumaterialien-Fabrik' Reiß & Nuzinger (Besitzer bis 1905).
Am 15. Juni 1905 stellte der Bauunternehmer Eugen Nimis einen Bauantrag für die Errichtung des jetzigen Vorderhauses 79. Auftraggeber war der 'Kaufmann' Willi Breitwieser (daher die Initialen auf dem Erker), der am 12. Juli 1905 bekundet, das erste und zweite Obergeschoß als Wohnraum oder auch als Möbellager nutzen zu wollen; das Parterre war als Möbelhaus vorgesehen.
Als Architekt und ausführendes Baugeschäft firmiert Leopold Friedrich. Seine Pläne sind im Juni 1905 gezeichnet; der Baubeginn wird zum 23. August 1905 festgestellt. Das Adreßbuch 1906 nennt 'Breitwieser Wilh., Tapeziermeister und Möbelfabrikant (Neubau)' als Eigentümer, noch ohne Bewohner. Ab 1907 verzeichnet das Adreßbuch Breitwiesers 'Möbelfabrik und -Lager' samt 'Musterzimmer', dazu Mieter: einen Professor Bucherer, einen Architekten, einen Hauptlehrer, einen Schutzmann, etc. 1909 wohnt hier 'Kisseloff Nikolai, Student und Grundbesitzer'.
Das Hinterhaus wurde offenbar zugleich gebaut (Ziegel 1905 datiert). Der Zwischentrakt entstand zunächst als Remise mit Obergeschoß; am 10. März 1910 läßt sich Willÿ Breitwieser nachträglich einen Stall für ein Pferd genehmigen, nördlich an den Eingang des Hinterhauses anschließend. 'Die Jauche wird in die Abwassergrube geleitet, der Dung abgeführt.' Ein kleiner Anbau für ein Büro wird mit Antrag vom 2. Juni 1928 an der Ostgrenze angefügt.
Das Möbelhaus der Familie Breitwieser bleibt bis ca. 1984 in dem Gebäude (siehe n° 81); seit 1990 ist das Anwesen eine Wohneigentümergemeinschaft (zusammen mit n° 81).
Im Jahre 2010 gibt es im Haus 12 Wohnungen; im Erdgeschoß, nördliche Seite des Vorder- und Hinterhauses, ist Germans Cycles etabliert (seit 1990; begründet 1986), auf der südlichen Seite Hair Away. Im Haus arbeiten die Anwälte Ernst & Gogg, das  Institut für Managementberatung und die Kunstmalerin Akela Möhren.

Institut für Managementberatung Heidelberg GmbH

Das Institut für Managementberatung  ist ein hoch spezialisiertes, wirtschaftspsychologisches Beratungsunternehmen für die Bereiche Führung, Personal- und Veränderungsmanagement.


Akela Möhren

Heidelberger Kunstmalerin: vielseitige Sujets in Öl auf Leinwand.


Rohrbacher Straße 79 in Heidelberg

Rohrbacher Straße 79 in Heidelberg

Rohrbacher Straße 79 in Heidelberg