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1927-1928 erbaut nach Plänen von Architekt Peter Graf für die Gemeinnützige Baugenossenschaft Neu Heidelberg. Es ist ein stattliches dreigeschossiges Doppelhaus in offener Bebauung...

1927-1928 erbaut nach Plänen von Architekt Peter Graf für die Gemeinnützige Baugenossenschaft Neu Heidelberg. Es ist ein stattliches dreigeschossiges Doppelhaus in offener Bebauung. Der Stil entfernt sich vom Historismus, um sich eher der 'Konservativen Architektur', die Zeit von 1800 aufnehmend, anzunähern. Der Jugendstil ist nicht mehr zu spüren. Das rustizierte Erdgeschoß, abgeschlossen durch ein umlaufendes Gesimsband, gibt dem völlig symmetrisch angelegten Bau eine solide Basis. Risalitartige Aufsätze auf den Mittelachsen der vier Fassaden verstärken diesen Eindruck. Auf der langen Fassade wird der Risalit betont durch vier ionische Pilaster, zweimal zwei Balkons und eine attikaähnlich verlängerte Front über den Trauf hinweg. Die kurzen Seiten gewinnen an Gesicht durch je ein Zwerchhaus in der Achse der Hauseingänge. Das hohe, von vorn herein mit Zwerchhäusern und Gauben zur vierten Wohnebene ausgebaute Walmdach, durch den Trauf mit Kranzgesims deutlich begrenzt, gibt dem Ganzen eine ausgewogene Massenverteilung. Alle Werksteine sind aus hellem Sandstein, die Flächen tragen Putz. Gut erhaltene Architektur mit originalen Fenstern und Türen. Als für die Zeit typisches und wertvolles Baudenkmal klassifiziert.
Die unbebauten Grundstücke gehörten Gipsermeister Konrad Bender, der in der früheren N° 91 wohnte; 1927 gingen sie an die Gemeinnützige Baugenossenschaft für Volks- und Kriegerheimstätten, im Jahr darauf und bis heute ist die Gemeinnützige Baugenossenschaft Neu-Heidelberg Besitzerin und Bauherrin. (Zum Architekten vgl. n° 78.) Die ersten Bewohner von 1928 sind vergleichbar mit den späteren Bewohnern: n° 93 Alfred Eisemann, Kaufmann (1. Geschoß), Karl Jost, Verwaltungs-Direktor a.D. (2), Dr. Leonhard Bender, Staatsanwalt (3; in diesem Geschoß später und für lange Zeit: Wilhelm Warntjen, Stellvertr. Vorstand des Süddeutschen Cementverbandes), August Jooß, Gasthofangestellter (4); n° 95 Fritz Gaßner, Turnlehrer (1), Rudolf Kehr, Verwaltungs-Direktor (2), Hermann Kuhn, Verwaltungs-Direktor (3), Fritz Roth, Reisender (4); ab 1965 wohnt auch Alois Hasselbach von n° 49 hier (in 93), seit 1967 dazu Horst Hasselbach mit Frau (in 95). 

Baugenossenschaft Neu Heidelberg eG

Erstellt und verwaltet seit 1918 genossenschaftliches Eigentum. Ein Modell für die Zukunft in einer Stadt mit Historie und Perspektiven.


Rohrbacher Straße 93-95 in Heidelberg

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